Bei der Entstehung von Sucht spielen immer mehrere Faktoren zusammen. Unzulässig sind einseitige Schuldzuweisungen (z.B. Freundeskreis, Familie, Suchtmittel etc.). Neben suchtfördernden Strukturen in unserer Gesellschaft sind es vor allem Mängel in den Bereichen Genuss- und Erlebnisfähigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Umgang mit Gefühlen, Verhalten in Krisensituationen, Selbstbewusstsein, Selbständigkeit sowie Beziehungs- und Liebesfähigkeit, die als Ursachen süchtigen Verhaltens zu nennen sind.
Dies lässt sich durch ein “Ursachen-Dreieck” verdeutlichen:

Die verschiedenen Erklärungsmodelle bezüglich “Suchtentwicklung” haben gemeinsam, dass Sucht als Prozess gesehen wird, der sich im Spannungsfeld Person-Suchtmittel-Gesellschaft abspielt.
Suchtmittel:
- Wirkungsweise und Suchtpotenz
- Verfügbarkeit und Art des Konsums
- Dosis
- gesellschaftliche Bewertung
- Preis
Individuum:
- Selbstwert
- Problemlösungskompetenz
- Umgang mit Konflikten
- frühkindliche Situation
- Einstellungen
- physiologische Komponenten
- Genuss- und Liebesfähigkeit
- Umgang mit Gefühlen
Gesellschaft:
- Ursprungsmilieu
- Arbeit / Wohnen
- Normen / Werte
- Freundeskreis
- Umwelt
- soziokulturelle Eigenheiten
Sucht beginnt im Alltag – Suchtprävention auch
Primäre Prävention:
Sie unterstützt und fördert einerseits Bestrebungen, gesund zu bleiben (personenorientiert) und fördert andererseits Bedingungen, die diese Bestrebungen unterstützen (strukturorientiert). Sie setzt ein, bevor Symptome auftreten. Primärprävention muss einerseits möglichst breit angelegt und auf alle Menschen ausgerichtet sein, andererseits muss sie jedoch zielgruppenorientiert vorgehen. Das Ziel dieser Arbeit ist, die umfassende Fähigkeit zu vermitteln, Lebensbedingungen selbst und aktiv zu ändern und zu verbessern.
Sekundäre Prävention:
Sekundärprävention bedeutet Früherkennung und Frühbehandlung von Krisensituationen. Diese setzt ein, wenn die ersten Symptome sichtbar werden. Ziel ist die Schadensminimierung.
Tertiäre Prävention:
Sie setzt vor dem übermäßigen Konsum bzw. als dessen Begleitmaßnahme ein und versucht mittels rehabilitativer Maßnahmen eine weitreichende Reintegration in das soziale Leben herzustellen. Bei allen präventiven Bemühungen sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- Präventive Aktivitäten erfordern zeitliche und personelle Kontinuität und können sich nicht in
einzelnen Kampagnen und Aktionen erschöpfen. - Prävention muss zielgruppen- und situationsbezogen ausgerichtet sein und muss dabei den
unterschiedlichen Lebenszusammenhängen der Adressaten durch hinreichend differenzierte
Angebote Rechnung tragen. - Primärprävention ist vorrangig suchtmittelunspezifisch auszurichten.
- In einer suchtmittelkonsumierenden Gesellschaft können die Präventionsaktivitäten nicht auf
Abstinenz fixiert sein. - Es darf zu keiner Überbetonung des illegalen Suchtmittelbereichs kommen, da dies
Unglaubwürdigkeit produzieren und gleichzeitig zur tendenziellen Bagatellisierung des legalen
Suchtmittelmissbrauchs führen würde. - Präventive Botschaften müssen glaubwürdig und in Hinblick auf ihre Ziele realistisch sein.
Suchtpräventionsstellen in Österreich:
AKZENTE Suchtpräventionsstelle Salzburg
Fachstelle für Suchtvorbeugung in Niederösterreich
kontakt+co – Suchtprävention Jugendrotkreuz
SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe Vorarlberg
VIVID – Fachstelle für Suchtprävention Steiermark
Drogenberatungsstellen in Wien
Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien
Modecenterstraße 14/Block C/2.OG, 1030 Wien
E-Mail: isp@sd-wien.at
Tel.: 01/4000-87320
Quelle: Institut für Suchtprävention
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