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Diätlügen boomen wie eh und je

Diätlügen boomen wie eh und je

Diätlügen, Diätmythen

Zuerst war der Zucker schuld, dann das Fett, zuletzt waren es die Kohlenhydrate – die Liste der angeblichen Dickmacher ist lang. Praktischerweise folgt jeder neuen Ernährungsstudie die entsprechende Diät auf dem Fuß. Immer neue Erkenntnisse im Bereich der Ernährungsberatung, gepaart mit zum Teil abenteuerlichen Behauptungen windiger Diätanbieter, verunsichern die Konsumenten in zunehmenden Maße. Grund genug, mit den größten Diätmythen aufzuräumen.



Wer abnehmen will, weiß ein Lied davon zu singen: es kursieren mindestens so viele Irrtümer übers Abnehmen wie es aktuelle Diäten gibt. Von der Atkins Diät über die Low Carb Diät bis hin zur Zone-Diät nach Dr. Barry Sears – sie alle versprechen rasche und nachhaltige Gewichtsreduktion, und täglich werden neue Wundermittel auf den Markt geworfen, die ein noch schnelleres, noch einfacheres Abnehmen versprechen. Dazu kommen hartnäckige Ernährungsirrtümer, die weiter zur Verunsicherung abnehmwilliger Konsumenten beitragen. Wir haben die sieben größten Diätlügen zusammengefasst:

1. Sport löst alle Figurprobleme, denn Problemzonen kann man wegtrainieren

Leider nein, denn erstens gilt es zwischen Gewichts- und Figurproblemen zu unterscheiden, zweitens geht es ausschließlich um das Verhältnis zwischen Kalorienverbrauch und Kalorienaufnahme. Wenn man Ernährungsaussagen schon derart verkürzen will, dann wenigstens nicht ohne die notwendigen Zusammenhänge zu erklären. Wer seiner Gesundheit Gutes tun will, ist mit sportlicher Betätigung jedenfalls auf der richtigen Seite, Gewichts- bzw. Figurprobleme lassen sich damit allerdings nur bedingt lösen. Letztlich ist der Erfolg stark von der Art und Weise der sportlichen Betätigung abhängig. Kraftsport etwa wird sich sicherlich positiv auf die Definition der Muskeln auswirken und zu einer strafferen Figur verhelfen, Gewicht lässt sich damit allerdings nicht reduzieren, da Muskeln schwerer sind als Fett.

Hinsichtlich Kalorienverbrauch – und nur darum geht es beim Abnehmen – sind Ausdauersportarten am besten geeignet, weil dabei die meisten Kalorien verbraucht werden. Im Hinblick auf den Kalorienverbrauch sind Jogging, Schwimmen, schnelles Radfahren, Inline-Skating, sowie Fitnesstraining und Mannschaftssportarten wie Volleyball sinnvoll. Um effektiv abzunehmen, gilt aber auch hier: Der Organismus muss mehr Energie verbrauchen, als ihm zugeführt wird.

Allerdings muss auch hier Realismus einkehren, damit keine überzogenen Erwartungen aufkommen, denn bei sportlicher Betätigung verbrennt man oft nicht so viel Energie, wie man denkt. Eine halbe Stunde Joggen zum Beispiel verbraucht gerade einmal die Kalorien eines Schokoriegels.

2. FdH ersetzt effektiv alle Diäten – einfach die Nahrungsaufnahme um die Hälfte reduzieren

Für diesen Ausspruch gilt: alt, aber nicht gut. FdH („Friss die Hälfte“) besticht zweifellos durch seine hohe Alltagstauglichkeit, die – durchaus mögliche – Gewichtsreduktion erfolgt allerdings nicht auf gesunde Weise. Denn, wer seine Mahlzeiten halbiert, bekommt zu wenig Vitamine und Ballaststoffe, die unsere Nahrung im Normalfall sowieso schon in zu geringen Mengen enthält, zudem bleiben falsche Ernährungsgewohnheiten bestehen.

3. Light-Produkte sparen Kalorien

„Fettarm-„, „Fitness-“ oder „Diät-“ – egal welches Attribut die zahlreichen Light-Produkte schmückt, alle suggerieren kalorienreduzierte Nahrungsmittel, mit deren Hilfe man leichter abnimmt ohne hungern zu müssen. Leider zu unrecht, denn die meisten derartigen Produkte haben zwar tatsächlich weniger Kalorien, sie sättigen dafür aber auch schlechter, sodass man mehr davon essen muss, um den Hunger zu stillen. Außerdem bedeutet „fettarm“ nicht gleichzeitig kalorienarm, weil die eingesparten Mengen an Fett nur zu oft durch vermehrten Einsatz von Zucker kompensiert werden.

Und wenn anstatt Zucker künstliche Süßstoffe zum Einsatz kommen, kann dies erst recht wieder zu Heißhungerattacken führen, da dem Körper vorgegaukelt wird, dass Zucker zugeführt wird. Er reagiert mit Ausschüttung von Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird, um den erwarteten Zuckeranstieg abzufangen. Folgt nun aber kein Zucker, bleibt der Blutzuckerspiegel zu niedrig – ein Mangelzustand, auf welchen der Körper mit Hunger reagiert.

4. Trennkost macht schlank

Die Theorie, wonach Eiweiß und Kohlenhydrate vom Körper nicht gleichzeitig verdaut werden können und deshalb nicht gemeinsam konsumiert werden sollten, ist wissenschaftlich widerlegt. Auch hier gilt: das einzig Ausschlaggebende bei einer Diät ist das Verhältnis von Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch. Dennoch macht gemäßigte Trennkost Sinn, da sie relativ ausgewogen ist, Fleisch und Fett spart und dafür mehr auf Obst, Gemüse und Vollkornprodukte setzt.

5. Dinner Cancelling lasst die Kilos purzeln

Ein klares: jein! Grundsätzlich lässt sich damit wirklich abnehmen – solange es ein spürbares Minus zwischen In- und Output der Kalorien gibt. Die Energiebilanz muss auch bei dieser diätischen Maßnahme negativ sein, allerdings verstärkt sich der Effekt insofern, als die Verstoffwechslung während der Ruhephase in der Nacht – also dann, wenn der Grundumsatz am geringsten ist – besser abläuft. Die große Gefahr dabei ist die hohe Wahrscheinlichkeit von Heißhungerattacken am nächsten Morgen. Durch die lange Essenspause kann sich nämlich so viel Hunger und Appetit anstauen, dass das Frühstück größer ausfällt als notwendig und damit die Einsparungen des Vortages wieder zunichte gemacht werden.

Wenn Dinner Cancelling richtig dosiert angewendet wird, kann es eine sehr wirkungsvolle Maßnahme zur Gewichtsreduktion sein. Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass nach 17 Uhr nur noch Flüssiges zu sich genommen wird (z. B. ungesüßte Kräutertees oder Mineralwasser, aber auch eine Gemüsebrühe ist erlaubt). Um Heißhungerattacken zu vermeiden, muss tagsüber ganz besonders auf abwechslungs- und vitalstoffreiche Kost geachtet werden, um den Körper optimal mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu versorgen.

6. Zucker macht dick

Stimmt so nicht, denn nicht der Zucker allein macht dick, auch hier zählt ausschließlich das Verhältnis von aufgenommener zu verbrauchter Energie. Außerdem ist Zucker ein wichtiger Energielieferant für unser Gehirn. Eine „zuckerfreie“ Ernährung ist zudem unmöglich, da in nahezu jedem Lebensmittel Zucker enthalten ist – und sei es nur in Form von Stärke.

7. Fett macht fett

Auch diese Behauptung ist aus dem Hut gezaubert, denn die Einnahme von Fett ist lebenswichtig: Die Vitamine A, D, E und K könnte unser Körper ohne Fett gar nicht verwerten. Generell gilt aber: Finger weg von gesättigten Fettsäuren (zum Beispiel in einigen Fleisch- und Wurstsorten), denn sie erhöhen die Blutfettwerte. Zu bevorzugen sind ungesättigte Fette – wie vor allem in Oliven- oder Distelöl, Fisch (zum Beispiel in Lachs, Makrele) und Avocados vorhanden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für einen erwachsenden Menschen eine Fettzufuhr von täglich 60 bis 80 Gramm.

Dauerhaft zum Erfolg

Sie brauchen keine teuren Appetitzügler, Diätbücher oder Kuren, beherzigen Sie einfach folgende Hinweise:

  • Wenn Sie mehr Energie in Form von Kalorien aufnehmen, als Sie verbrauchen, wird die überschüssige Energie in den Fettzellen gespeichert. Ob die Kalorien von Eiweiß, Fett oder Kohlenhydraten stammen, ist für die Energiebilanz letzlich völlig egal.
  • Abnehmen bedeutet nicht nur körperlich konsequent zu bleiben, efolgreich abnehmen beginnt immer im Kopf. Es ist daher unerlässlich, sich bewusst zu machen, warum man abnehmen will. Denn nur wenn die Motivation stimmt, werden Sie auf Dauer Erfolg haben. Vorsätze sind schnell formuliert, aber auch schnell wieder vergessen – führen sie ein kleines Ernährungsprotokoll, um das zu verhindern.
  • Setzen Sie sich realistische Ziele, dann können Sie schnell kleine Erfolge feiern.
  • Achten Sie auf versteckte Fette in Lebensmitteln und bevorzugen Sie magere Milchprodukte (Joghurt, Topfen) und Wurstsorten (Putenbrust, Schinken).
  • Ballaststoffreiche Kost hält länger satt – nicht nur Nudeln und Reis, auch in vielen Gemüsearten kann sich der Ballaststoffgehalt sehen lassen.
  • Bewegen Sie sich möglichst viel und möglichst häufig. Auch wenn Sport alleine nicht die Kilos zum Verwschwinden bringt, ihre Gesundheit wird es Ihnen in jedem Fall danken.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Körper individuelle Bedürfnisse hat – nicht jeder Ratschlag ist für jeden Menschen gleich gut. Gerade beim Essen gilt: was den einen gesund hält, macht den anderen krank – Stichwort Lebensmittelunverträglichkeit.

Linktipps:

– BMI Rechner
– Tipps zum gesunden Abnehmen
– Diäten im Test
– Ausgewogene Diät ohne Einschränkung – geht das?
– Ernährung umstellen für dauerhaften Erfolg
– Gute Figur nach der Schwangerschaft