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Der richtige Lernplatz für Kinder

Der richtige Lernplatz für Kinder

Der richtige Lernplatz für Kinder

Hausaufgaben sind in vielen Familien ein Stressthema. Doch der richtige Lernplatz und einige Elterntipps helfen, die Hausaufgabensituation zu entspannen. So kommt wieder Spaß ins Lernen und das Selbstvertrauen der Kinder wird gestärkt. Dreh- und Angelpunkt dabei ist der gesunde, sinnvoll eingerichtete Lernplatz. Wir haben die besten Tipps & Tricks für das Einrichten des Lernplatzes zusammengefasst.



In vielen Familien gerät die eigentlich simple Erledigung der Hausübungen zuhause manchmal zum nervenaufreibenden Kraftakt. Doch das muss nicht sein. Denn Eltern können gesunde Voraussetzungen für ein entspanntes Lernen zu Hause schaffen und damit Stress und Frustrationen verhindern.

Der zentrale Faktor dabei ist ein optimal eingerichteter Lernplatz für das Kind. Denn viele Schüler fertigen die Hausaufgaben am Küchen- oder Wohnzimmertisch an. Auf den zu großen und starren Möbeln aber ist die Sitzhaltung verspannt und unbequem. Zudem ist die Umgebung hier oft zu unruhig. So kann keine echte Lernatmosphäre aufkommen.

Der richtige Schreibtischsessel erlaubt kindliches Zappeln

Darum sollte spätestens mit der Einschulung in die Volksschule ein eigener Lernplatz eingerichtet werden. Dabei gilt es, die richtigen Lernmöbel auszuwählen. Auch wenn es seltsam erscheint, sollte zunächst der passende, ergonomische Stuhl gefunden werden. Denn nur ein Schreibtischstuhl mit kippbarer Sitzfläche erlaubt das kindgerechte und gesunde „Aktive Sitzen“, bei dem das Kind ganz unbewusst laufend seine Sitzhaltung ändert. Diese Bewegungen bauen Stress ab und verhindern Verkrampfungen.

Wichtig ist zudem die Höhenverstellbarkeit: Optimal sollte das Kind bei aufrechtem Sitz beide Füße gut auf dem Boden aufstellen können. Zusätzlich sollte sich auch die Position der Lehne und die Sitztiefe so anpassen lassen, damit die Lehne stets gut am Rücken anliegt.

Ganz schön schräg: Der ergonomische Kinderschreibtisch

Mit dem optimalen Stuhl geht es im zweiten Schritt zur Auswahl des Kinderschreibtisches. Auch hier sollten Eltern vor allem auf Ergonomie achten. So ermöglicht eine kippbare Tischplatte eine entspannte, gesunde Sitzhaltung. Der Kippwinkel sollte dabei möglichst stufenlos einstellbar sein, da für das Schreiben, Malen oder Lesen jeweils unterschiedliche Augenabstände ideal sind.
Besondere Beachtung gilt dabei der Kippfunktion: Nur wenn diese einfach und sicher zu bedienen ist, wird die ergonomisch wichtige Verstellung der Tischschräge im Alltag auch tatsächlich genutzt werden.

Leider gibt es am Markt immer wieder Möbel mit komplizierten Kippmechaniken oder gar Klemmgefahr, von denen man im wahrsten Sinne des Wortes die Hände lassen sollte! Besonders pfiffig sind teilbare Tischplatten. Hier bleibt auch bei Kippstellung ein Teil der Tischplatte flach und bietet so einen sicheren Platz für Stifte oder das Glas Wasser.

Und schließlich sollte ein prüfender Blick auch den Bauteilen unter dem Schreibtisch gelten: Lassen sie genügend Beinfreiheit, damit das gewollte Hibbeln beim Lernen nicht zu blau gefleckten Beinen führt?

Wie der Stuhl, so muss auch der Schreibtisch möglichst stufenlos höhenverstellbar sein, damit er mitwachsen kann. Und weil Kinder so schnell größer werden gilt es, die Sitzhaltung regelmäßig zu kontrollieren: Wenn bei geradem Sitz die Füße gut auf den Boden kommen und die Ober- zu den Unterarmen bei auf der Tischplatte abgelegten Händen einen ungefähr rechten Winkel bilden, ist alles optimal eingestellt.

Gute ergonomische Lernmöbel haben zwar ihren Preis, sie sind jedoch auch deutlich langlebiger als Billigmöbel. Manche lassen sich so weitgehend verstellen und bieten so vielfältige Ergänzungsoptionen, dass sie bis zur Matura genutzt werden oder sogar in die erste Studentenbude mitziehen. Darum empfiehlt es sich, bei der Farbauswahl lieber dezentere Dekore zu wählen, die auch nach vielen Jahren nicht nerven.

Der eigene Lernplatz steigert Konzentration und Selbstvertrauen

Sind die perfekten Möbel gefunden, geht es um die Einrichtung im Kinderzimmer. Für gute Lichtverhältnisse sollte der Lernbereich neben dem Fenster eingerichtet werden. Eine Klemmlampe am Schreibtisch sorgt für zusätzliche Beleuchtung, wenn es nötig ist. Um die Konzentration zu fördern, hilft eine optische Abtrennung von Lern- und Spielbereich, beispielsweise durch eine abweichende Wandgestaltung mit einem hellen Farbton. Ideal ist zudem ein Sichtschutz aus Zimmerpflanzen. Diese sorgen für ein gutes Raumklima und wirken mit ihrer grünen Farbe zusätzlich konzentrationsfördernd.

In einer solchen lernfördernden Umgebung kann das Kind seine Hausübungen in Ruhe und allein anfertigen. Eltern sollte nur helfen, wenn das Kind nicht weiterkommt und um einen konkreten Rat bittet. Denn auch eine gutgemeinte Hilfestellung der Eltern kann zu Stress führen, z.B. wenn diese ständig anwesend sind oder das Kind mit Tipps ungewollt überfordern. Denn zu viele Hilfestellungen oder Ratschläge mindern das kindliche Selbstvertrauen.

Kann das Kind dagegen seine Hausaufgaben am eigenen Lernplatz (weitgehend) allein lösen, dann gelingen Hausübungen ohne Stress.

Lernstörungen rechtzeitig erkennen

Oftmals mahnen Lehrer Eltern bei Lese-, Schreib- und Rechenschwäche der Sprösslinge in der ersten oder zweiten Klasse Volksschule zu Geduld. Auch wenn der Ratschlag gut gemeint ist, er kann in die Irre führen und eine vorhandene Lernstörung verschleiern.

Lernstörungen – etwa Lese-Rechtschreibschwäche (LRS, Legasthenie) oder auch die Rechenschwäche (Dyskalkulie) – entstehen durch eine gestörte Verarbeitung von Buchstaben, Lauten und Zahlen im Gehirn der betroffenen Kinder. Dabei fehlt es den den Betroffenen weder an Intelligenz noch an Fleiß. Vielmehr ist es ein Handicap des Gehirns, das Kinder Buchstaben und Zahlen verwechseln lässt.

Psychologen raten Eltern schon bei ersten Anzeichen hellhörig zu werden, vor allem dann, wenn trotz entsprechendem Lernaufwand unverständlich schlechte Ergebnisse erzielt werden.

Im Schnitt finden sich in jeder Schulklasse zwei Kinder, die unter einer isolierten oder einer kombinierten Entwicklungsstörung schulischer Dertigkeiten leiden. Dann hilft auch ein noch so guter Lernplatz nichts, das Kind sollte so schnell als möglich eine Therapie beginnen. Denn durch die hohe Lernfähigkeit des Gehirns sind derartige Therapien höchst erfolgreich. Im Schnitt kann bereits eine Therapiestunde pro Woche dazu führen, dass das Gehirn so trainiert wird, dass beim Rechnen, Lesen und Schreiben der Klassenschnitt erreicht wird.

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Quellen:

¹ Hausaufgaben ohne Stress – Zuhause besser lernen (Ratgeber)
² Lernstörungen und der Umgang mit ihnen (BR)

Linktipps:

– Schulangst
– Tipps rund um die Schultasche
– Legasthenie: mehr als nur eine Leseschwäche
– Gesunde Jause – Übergewicht bei Kindern muss nicht sein