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Cranberries – bioaktive Substanzen schützen vor Krankheiten

Cranberries – bioaktive Substanzen schützen vor Krankheiten

Gesunde Cranberries dank bioaktiver Substanzen

Schon vor 300 Jahren schätzten die Indianer im Norden Amerikas die Cranberries und ihre heilende Wirkung. Inzwischen haben Wissenschaftler aus vielen Ländern der Welt die gesundheitsfördernde Wirkung der roten Beere näher erforscht. Ihre gesunde Kraft verdanken die Beeren vor allem einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien. Diese bioaktiven Substanzen schützen den menschlichen Körper vor den unterschiedlichsten Krankheiten.



Cranberries – Beeren mit gesunden Talenten

Egal ob bei Harnwegsinfekten oder Magen-Darmentzündungen, durch die große Anzahl an Antioxidantien zählen Cranberries zu den echten Allroundern unter den pflanzlichen Heilmitteln.

So gilt Cranberry-Saft, der wie die Trockenfrüchte ganzjährig erhältlich ist, als wirkungsvolles Mittel, um Blasenentzündungen vorzubeugen und zu begegnen. Morgens und abends je ein Glas (200 ml) reichen aus, um sich optimal zu schützen. Denn die schmackhaften Beeren verfügen über eine Eigenschaft, die sie unter allen Früchten einzigartig machen: Cranberries enthalten verdichtete Tannine, so genannte Proanthocyanidine, die bis zu zehn Stunden lang verhindern, dass E.coli-Bakterien an den Zellen des Harntraktes anhaften und Infektionen in Blase, Nieren und Prostata auslösen. Wer so Harnwegsinfektionen vorbeugt, spart sich die eine oder andere Antibiotika-Therapie.

Auch bei Magen-Darmentzündungen kommen die roten Beeren erfolgreich zum Einsatz: in Cranberries enthaltene Substanzen fördern die Gesundheit der Magenschleimhaut, indem sie das Bakterium Helicobacter pylori hindern, sich an der Magen- und Darminnenwand anzulagern. Die Bakterien gelten als eine Ursache für Magenschleimhautschäden und Geschwüre und erhöhen die Gefahr, an Magenkrebs zu erkranken.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass die roten Beeren künftig auch in der Mundhygiene sehr effektiv eingesetzt werden können. Zum einen, weil der Antihaft-Effekt scheinbar auch im Mund wirkt und damit Zahnbelag verringert. Zu diesem Ergebnis gelangte jedenfalls der Biologe Dr. Hyun Koo von der U.S. Universität Rochester im Bundesstaat New York. Seine Untersuchungen zeigten, dass ungesüßter Cranberrysaft Karies verursachende Bakterien daran hindert sich auf dem Zahnschmelz anzusiedeln, wodurch sie auch keine Schäden mehr an den Zähnen anrichten können. Noch allerdings ist es nicht gelungen den Anti-Karies-Stoff zu isolieren, weshalb ein Einsatz in Zahnpasta oder Mundspülungen derzeit noch nicht möglich ist.¹

Zum anderen stärken Cranberries das Zahnfleisch und könnten damit zur Behandlung von Parodontitis eingesetzt werden. Die in den Beeren enthalten Wirkstoffe verringern die Anzahl der Bakterien im Mundraum wodurch weniger Zahnbelag gebildet, und Zahnfleischentzündungen vorgebeugt wird.

Von der Beere zum Gesundheitselexier ?

Cranberries sind besonders reich an Antioxidantien und können damit dem schädlichen Treiben sogenannter Freier Radikale wirksam entgegenwirken. Antioxidantien sind bioaktive Substanzen, die die Luftsauerstoffreaktionen (das Oxidieren) behindern und damit den chemischen Verderb verzögern. Sie schützen die Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale, die durch diese Stoffwechselprozesse entstehen und für Krebs, Diabetes, Arteriosklerose, rheumatische Erkrankungen und vorzeitige Hautalterung verantwortlich gemacht werden.

Ob die Inhaltsstoffe der Beere auch antikanzerogen, also krebshemmend wirken ist derzeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Dr. Peter Ferguson von der Universität Western Ontario präsentierte eine Studie zur Rolle der Cranberries bei der Vorbeugung von Krebserkrankungen. Demnach helfen die in den Beeren reichlich enthaltenen Flavonoide dabei, die Ausbreitung von Krebszellen zu verhindern. Es ist seit langem bekannt, dass Antioxidantien die Entstehung von Krebs hemmen können, in zahlreichen Laborversuchen reduzieren diese Stoffe die Häufigkeit der Krebsentstehung. Darüber hinaus wurde damit das Wachstum von Krebszellen und deren Metastaseaktivität reduziert und der sogenannte „kontrollierte Zelltod“ gefördert. Allerdings sind dies nur Versuche unter Laborbedingungen, ob dieselben Wirkungen beim Menschen auftreten ist noch unklar.²

Vermutet wird auch eine positive Wirkung bei hohen Cholesterinwerten und Herz-Kreislauferkrankungen. An der Universität Laval in Quebec, Kanada, haben Wissenschaftler zudem nachgewiesen, dass die Flavonide der Cranberries für einen Anstieg des „guten“ HDL-Cholesterins sorgen. Laut Studienergebnissen des Herzspezialisten Dr. Charles Couillard stieg der HDL-Wert nach dem Konsum von Cranberry-Light-Saft durchschnittlich um acht Prozent. Damit könnten diese antioxidativen Inhaltsstoffe der Beeren zum Schutz vor Arteriosklerose und damit vor Herz-Kreislauferkrankungen beitragen. Diese Erkenntnisse bestätigte auch Dr. Ted Wilson von der Winona State University – seine Studien belegen, dass Cranberries mit ihrem hohen Gehalt an Antioxidantien herzschützend wirken.

Als medizinisch gesichert (nach Einschätzung der ESCOP)* und durch klinische Studien belegt gilt die Wirksamkeit der Heilpflanze bei folgenden Anwendungsgebieten:

* Harnwegsinfekt: vorbeugende Wirkung bei Frauen mit wiederkehrenden Infekten
* Vitamin C-Mangel, Skorbut

Die Inhaltsstoffe der Cranberries

100 g getrocknete Cranberries liefern 308 kcal / 1290 kJ, frische Cranberries stehen mit 46 kcal / 193 kJ pro 100 g zu Buche. Ob frisch oder getrocknet enthalten die Früchte reichlich gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe, die Vitamine C, A und K sowie Natrium und Kalium. Der gesundheitliche Nutzen steckt übrigens in jeder Cranberry-Variante, ob frisch, aufgetaut, getrocknet, oder als Saft, die hitzebeständigen Wirkstoffe entfalten sich auch im Tee oder einer Cranberry-Sauce. Arzneimittel mit Cranberry-Wirkstoffen sind mittlerweile in Tabletten-, Pulver- oder Liquidform erhältlich.

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¹ H. Koo, University of Rochester Medical Center – Caries Research Vol. 44, No. 2, 2010
² PJ Ferguson – Cranberry extract inhibits proliferation of human tumor cell lines
* die ESCOP ist der europäische Zusammenschluss der nationelen Fachgesellschaften für Phytotherapie

Linktipp:

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