London – Schwangere Frauen sollten stark gechlorte Schwimmbecken nach Möglichkeit meiden: Einer britischen Studie zufolge könnte das Baden Gesundheitsrisiken für ihre ungeborenen Kinder bergen. In der Studie, die am Donnerstag im Ärzte-Fachblatt “Occupational and Environmental Medicine” veröffentlicht wurde, fanden Forscher im Beckenwasser erhöhte Werte möglicherweise gefährlicher Substanzen, die durch Chlor entstehen. Die so genannten Desinfektions-Nebenprodukte werden mit Fehlgeburten und Missbildungen von Embryonen in Verbindung gebracht.
Ob vom Schwimmbadwasser tatsächlich eine direkte Gefahr für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder ausgeht, konnten die Wissenschaftler des Imperial College of Science, Technology and Medicine in London nicht sagen. Um die Risiken einschätzen zu können, sei weitere Forschung nötig. Als Vorsichtsmaßnahme schlagen die Wissenschaftler vor, den Einsatz von Chlor in Bädern so weit wie möglich zu verringern.
Hohe THM-Konzentrationen
Den Angaben zufolge stellten die Forscher in acht Londoner Hallenbädern aber hohe Konzentrationen von Trihalogenmethanen (THM) fest, darunter das möglicherweise Krebs erregende Chloroform. Trihalogenmethane entstehen, wenn Chlor mit organischen Materialien wie Schweiß, Staub, abgestorbenen Hautzellen oder Körperpflegeprodukten reagiert. Chlor wird eingesetzt, um Krankheitserreger im Hallenbadwasser abzutöten.
Nach Erkenntnissen der Forscher fanden sich im Schwimmbad-Wasser drei Mal so viele organische Verbindungen wie im Leitungswasser. Für Chloroform lagen die Werte teils 20 Mal höher als im Leitungswasser. Die THM-Konzentrationen stiegen demnach mit der Wassertemperatur oder der Anzahl der Schwimmer. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Menschen bei einer Stunde Schwimmen 141 Mal mehr Chloroform ausgesetzt sind als bei einer zehnminütigen Dusche.
Linktipp:
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