1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 Sterne von 5)
Gesundheitsrisiko Chlor im Schwimmbad

Gesundheitsrisiko Chlor im Schwimmbad

Chlor im Schwimmbad

Chlor soll das in Wasser in Schwimmbädern desinfizieren, doch eine Britische Studie zeigt mögliche Gesundheitsrisiken für die ungeborenen Kinder von schwangeren Frauen. Insgesamt soll das enthaltene Chlor vor allem die Gesundheit von Kindern bei allzu häufigen Besuchen in Hallenbädern schaden können, allerdings ist die Studienlage höchst unterschiedlich. Fest steht: im Schwimmbad kommt es zu einer chemischen Reaktion des Chlors mit Urin und Schweiß der Badegäste wodurch Chlorcyan und Stickstofftrichlorid entstehen. Sie sind verantwortlich für brennende Augen und Hautirritationen.



London – Schwangere Frauen sollten stark gechlorte Schwimmbecken nach Möglichkeit meiden: Einer britischen Studie zufolge könnte das Baden Gesundheitsrisiken für ihre ungeborenen Kinder bergen. In der Studie, die im Ärzte-Fachblatt „Occupational and Environmental Medicine“ veröffentlicht wurde, fanden Forscher im Beckenwasser erhöhte Werte möglicherweise gefährlicher Substanzen, die durch Chlor entstehen. Die so genannten Desinfektions-Nebenprodukte werden mit Fehlgeburten und Missbildungen von Embryonen in Verbindung gebracht.

Ob vom Schwimmbadwasser tatsächlich eine direkte Gefahr für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder ausgeht, konnten die Wissenschaftler des Imperial College of Science, Technology and Medicine in London nicht sagen. Um die Risiken einschätzen zu können, sei weitere Forschung nötig. Als Vorsichtsmaßnahme schlagen die Wissenschaftler vor, den Einsatz von Chlor in Bädern so weit wie möglich zu verringern. Genaue Mengenangaben und Verweildauer für Gäste bleiben die Autoren allerdings schuldig, wodurch der praktische Wert dieser Meldung beschränkt bleibt. Allerdings häufen sich die Studien, die stark chloriertes Badewasser für bestimmte Gruppen als problematisch einstufen.

Chlor – starkes Desinfektionsmittel

Chlor ist ein chemisches Desinfektionsmittel – sobald sich Chlor mit Wasser vermischt, kann es sich mit Bakterien und weiteren organischen Stoffen, die sich bereits im Wasser befinden, verbinden und damit Bakterien unschädlich machen und alle vorhanden Krankheitserreger abtöten. Das ist natürlich sehr praktisch, denn gerade in einem öffentlichen Schwimmbad, indem sich viele Menschen aufhalten können zahlreiche Verunreinigungen ins Wasser gelangen. Bei der Verbindung mit organischen Stoffen entstehen aber sogenannte Chloramine die wiederum die Schleimhäute angreifen und in die Atemwege und in die Augen gelangen. Sie sind verantwortlich für gerötete Augen, stehen aber auch im Verdacht vor allem bei Kleinkindern deren Lunge sich ja noch in der Entwicklung befindet das Risiko einer Atemwegserkrankung zu erhöhen.

Wenn Kinder während des Schwimmbadaufenthalts einen starken Hustenreiz bekommen oder sich gar über ein plötzliches Brennen im Hals beschweren, kann dies ein deutliches Zeichen für eine Reizung durch Chloramine sein. Eltern sollten in diesem Fall schnell das Schwimmbad verlassen aber unbedingt auch den Bademeister informieren, denn die Zufuhr von Frischluft kann dieses Problem recht schnell und einfach minimieren.

Hohe THM-Konzentrationen

Den Angaben der britischen Studie zufolge stellten die Forscher in acht Londoner Hallenbädern genau diese hohe Konzentrationen von Trihalogenmethanen (THM) fest, darunter das möglicherweise Krebs erregende Chloroform. Trihalogenmethane entstehen, wenn Chlor mit organischen Materialien wie Schweiß, Staub, abgestorbenen Hautzellen oder Körperpflegeprodukten reagiert.

Nach Erkenntnissen der Forscher fanden sich im Schwimmbad-Wasser drei Mal so viele organische Verbindungen wie im Leitungswasser. Für Chloroform lagen die Werte teils 20 Mal höher als im Leitungswasser. Die THM-Konzentrationen stiegen demnach mit der Wassertemperatur oder der Anzahl der Schwimmer. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Menschen bei einer Stunde Schwimmen 141 Mal mehr Chloroform ausgesetzt sind als bei einer zehnminütigen Dusche.

Als Badegast kann man sich an folgende Faustregel halten: Wenn die Luft im Hallenbad stark nach Chlor riecht, ist gar nicht Chlor an sich der Auslöser für den penetranten Geruch, sondern die Chloramine. Wenn sich also zu viele Chloramine in der Luft befinden, ist es ratsam das Wasser zu meiden oder aber in ein Freibecken auszuweichen, da dieses Problem dort nicht auftritt!

www.derstandard.at

Linktipp:

– Legionärskrankheit (Legionellose)
– Gesundes Schwimmen – Super Training für Rücken und Figur
– Wasserbelebung – Jungbrunnen oder Unfug?
– Chlor im Schwimmbad: Gefahr oder Panikmache?

Kave Atefie





SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Gesundheitsportals gesund.co.at, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.