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Geschlechtskrankheiten: Chlamydien

Geschlechtskrankheiten: Chlamydien

Chlamydien-Infektion, Geschlechtskrankheit

Wenn Ärzte von ‚Chlamydien-Infektion‘ sprechen, ist meist eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheit durch das Bakterium Chlamydia trachomatis gemeint. Chlamydia trachomatis ist ein typischer Schleimhautparasit, der ausschließlich den Menschen infiziert. Da das kugelförmige Bakterium in verschiedenen Untertypen vorkommt, können verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden.



Aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer rein intrazellulären Vermehrung wurden Chlamydien bis in die sechziger Jahre hinein den Viren zugerechnet. 1966 wurden sie schließlich als eigene Ordnung Chlamydiales den Bakterien zugerechnet.

Die humanpathogenen Arten sind Clamydiophila pneumoniae, die hauptsächlich Lungenentzündungen hervorruft und Chlamydia trachomatis, die neben der namensgebenden Bindehautentzündung Trachom unter anderem für Entzündungen im Genitalbereich verantwortlich ist.

Allein in Österreich haben schätzungsweise 100.000 Menschen die Infektion im Körper, das heißt, von den Erwachsenen im Schnitt jeder 30., unter den Jugendlichen hat sie sogar jeder 16. Chlamydien vermehren sich sehr langsam und etwa 75 Prozent der Frauen und etwa 50 Prozent der Männer haben nach der Infektion mit Chlamydien nur geringfügige oder gar keine Beschwerden. Ähnlich wie innere Pilze können diese Bakterien sich jahrelang im Organismus verbergen, ohne dass wir etwas davon merken. Wird die Körperabwehr jedoch geschwächt, zum Beispiel durch eine Krankheit oder extremen Streß über lange Zeit, zeigt sich die heimliche Infektion. Bei Frauen sind häufige Unterbauchschmerzen ohne erkennbare Ursache, Zwischenblutungen und Ausfluß typische Anzeichen. Eine Chlamydien-Infektion kann zu ernsten Krankheiten und dauerhaften Gesundheitsschäden führen. Ein Beispiel: Bei etwa 40 Prozent der Frauen, die sich mit Chlamydien angesteckt haben, gelangen die Bakterien bis zu den Eileitern. Die Folge: Etwa jede fünfte dieser Frauen kann keine Kinder bekommen.

Übertragung

Chlamydien werden durch Geschlechtsverkehr, oral oder als Schmierinfektion (Kontaktinfektion) übertragen. Der beste Schutz vor einer Chlamydien-Infektion ist daher safer sex – verwenden Sie ein Kondom!

Symptome & Behandlung

Infektionen durch Chlamydien können sich bei Frauen durch Jucken und Schmerzen im Genitalbereich äußern. Bei Männern und einem Teil der Frauen bleiben sie aber ohne Symptome, diese Träger fungieren also als Überträger. Man kann sie gut mit Makroliden oder Tetracyclinen behandeln. Die Therapie kann aber nur erfolgreich sein, wenn alle Sexualpartner der Patientin mitbehandelt werden.

Was die Infektion im Körper anrichten kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird:

bei Frauen:

  • Unterleibsentzündungen,
  • ungewollte Kinderlosigkeit,
  • Eileiterschwangerschaften
  • immer wiederkehrende Blasenentzündungen.

bei Männern:

  • Entzündungen der Harnröhre, der Prostata und der Nebenhoden,
  • Unfruchtbarkeit als mögliche Folge bei Männern wird ebenfalls diskutiert: Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Chlamydien auch das Sperma schädigen können.

geschlechtsunabhängig:

  • Bindehaut- und Augenentzündungen. Beides kann auch bei Neugeborenen vorkommen, wenn sie sich während der Geburt bei ihrer Mutter angesteckt haben. Die Bakterienart, die zum Trachom führt ist vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen verbreitet und stellt dort eine der häufigsten Erblindungsursachen dar.
  • erhöhtes Aids-Risiko: Chlamydien schädigen die Schleimhäute. Das Risiko, sich beim ungeschützten Sex mit HI-Viren anzustecken, steigt so auf das drei- bis fünffache,
  • Lungenentzündungen in einer bestimmten Form („atypische Pneumonie“) können auch von Chlamydien ausgelöst werden.

Die Diagnose wurde früher durch einen Abstrich von der Harnröhre, bei Frauen zusätzlich vom Gebärmutterhals, gestellt. Seit kurzem ist ein neuer gentechnischer Test auf dem Markt. Dabei wird der Urin oder das Sekret des Gebärmutterhalses auf Spuren der Erreger-DNS untersucht – er liefert fast hundertprozentig sichere Befunde. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass beide die Infektion haben, ist groß. Chlamydien-Infektionen zeigen ähnliche Symptome wie Gonorrhoe (Tripper), werden jedoch anders behandelt. Deshalb ist es wichtig, eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Wer sich angesteckt hat, sollte auch seine Partnerin oder seinen Partner zum Arzt schicken. Bei der Geschlechtskrankheit ist wichtig, dass beide/alle Partner untersucht und gleichzeitig behandelt werden. Ansonsten kommt es zu gegenseitigen Neuinfektionen (Ping-Pong Effekt). Die Behandlung mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline erstreckt sich im Normalfall über einen Zeitraum von mindestens einer Woche bis zu zehn Tagen. In der Schwangerschaft erfolgt die Behandlung mit Erythromycin, da Tetrazykline hier nicht erlaubt sind.

Linktipp:

– Chlamydien-Infektion: Diagnose & Behandlung

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