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Burnout erkennen und vermeiden

Burnout erkennen und vermeiden

Burnout erkennen und vermeiden

Unter den Krankheiten der modernen Gesellschaft rangiert das sogenannte Burnout schon seit geraumer Zeit auf den oberen Rängen. Das Krankheitsbild ist vielschichtig und kompliziert, denn es betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Betroffene finden sich oft in einer schnell voranschreitenden Abwärtsspirale aus Stress, Belastung und eigenen Ansprüchen.



Einmal in die Burnout Entwicklung hineingerutscht, fällt es vielen schwer, sich aus eigener Kraft wieder zu befreien. So hilft bei einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung nur noch eine fundierte Therapie oder Kurmaßnahme. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollten Frauen und Männer sich frühzeitig um vorbeugende Maßnahmen bemühen.


Welche Ursachen hat Burnout?

Allen Gründen für ein Burnout voran steht der Stress. Beruflich und auch privat sind Frauen und Männer heute einer stets steigenden Belastung ausgesetzt. Während die Karriere ihnen immer mehr Einsatz abverlangt, rückt das entspannende Privatleben in den Hintergrund. Betroffene Personen arbeiten oft viele Stunden am Tag und schalten auch am Wochenende kaum ab. Die freie Zeit verbringen sie damit, ihre familiären und privaten Verpflichtungen zu erfüllen. So bleibt kaum Zeit für gesunden „Leerlauf“, das Lesen eines guten Buches oder auch die Entspannung bei einem Spaziergang. Der Körper, der sich bei einer gesunden Regeneration immer wieder selbst mit Energie versorgt und leere Speicher auffüllen kann, schafft dies bei voranschreitendem Burnout nicht mehr.

Während gesunde Menschen neue Aktivitäten mit Energie und aus der Ruhe beginnen können, leiden Burnout Patienten unter einer ständigen Stressbelastung. Die Psyche schafft es nicht, sich gänzlich zu regenerieren und verharrt in einem andauernden Alarmzustand. Kommen neue Stressfaktoren hinzu, steigt der Pegel bedrohlich an. Es kommt zu Schlafstörungen, die eine gesunde Regeneration in der Nacht verhindern. Wird an dieser Stelle nicht gegengesteuert, so kommt es nach kurzer Zeit zum Zusammenbruch. Immer mehr Menschen kämpfen mit diesem Problem. Experten gehen heute von bis zu zehn Prozent aller Beschäftigten aus – Tendenz steigend.


Woran ist ein Burnout zu erkennen?

Entgegen anders lautenden Meldungen wird das Burn-Out-Syndrom nach wie vor nicht als eigenständige Erkrankung geführt, wenngleich es im internationalen Klassifikationssystemen vermerkt ist. Im ICD-10, also dem aktuell gültigen „Katalog“ von medizinisch anerkannten Diagnosen, wird Burnout als „Ausgebranntsein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst und gilt derzeit (Stand 03/2015) nur als Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflußt.¹

Dem klassischen Burnout voran geht oft eine sehr enthusiastische Zeit. Eine neue Stelle, ein gerade begonnenes Projekt oder auch der Start in die Selbständigkeit erfüllen die Patienten mit Zuversicht und Vorfreude. Auch die Hausfrau, die alles alleine schaffen will und sich viel zutraut, ist durchaus bedroht. Zunächst also fällt es leicht, die zur Verfügung stehende Energie in die neuen Aufgaben zu investieren. Mit der Zeit jedoch holt die Realität die Patienten ein und erste Zweifel machen sich bemerkbar.

Das hohe Arbeitspensum, die Doppelbelastung und auch die noch bevorstehenden Aufgaben wirken immer bedrohlicher und scheinen kaum zu bewältigen. Dies veranlasst Burnout Patienten dazu, noch mehr Energie zu investieren und sich immer weniger Ruhepausen zu gönnen. Ein fataler Fehler, denn nun bleibt kein Raum mehr für gesunde Erholung. Bald schon beginnt der Körper sich gegen den ständigen Stress zu wehren. Psychosomatische Beschwerden wie Hautausschläge, Kopfschmerzen oder Magen Darm Beschwerden machen das alltägliche Leben schwer. Es fällt zunehmend schwerer, sich für das Leben und seine Herausforderungen zu begeistern.

Der Job, der einst noch Freude bereitete, wird zur Qual. Jede anstehende Aufgabe wirkt wie eine nicht zu bewältigende Hürde. Fühlen sich Menschen nach längerer Arbeitsbelastung also ausgebrannt, müde und scheinen sie sich gar nicht mehr erholen zu können, so liegt ein Burnout nahe. Wird nichts unternommen, dreht sich die Abwärtsspirale schnell weiter und der Körper hat immer weniger freie Reserven zur Verfügung. Es kommt nach einiger Zeit zum finalen Zusammenbruch. Die tägliche Arbeit kann nicht mehr bewältigt werden und schon das Aufstehen am Morgen wird zu einem übermäßigen Kraftakt. ²

Depressive Verstimmungen und Gedanken an Selbstmord verschlimmern die Situation der Betroffenen. Befinden sich Patienten einmal in diesem Stadium eines Burnouts, so ist schnelle Hilfe gefragt. In kurzer Zeit ist das Burnout jedoch nicht heilbar. Oft fallen die Betroffenen mehrere Monate vollständig aus und werden vorübergehend berufsunfähig. Längere Kuraufenthalte und fundierte Therapiemaßnahmen helfen dann dabei, den Körper wieder aufzurichten und ihm die verlorene Energie zurückzugeben.


Vorbeugung gegen Burnout

Um einem Burnout sinnvoll und vor allem effektiv vorbeugen zu können, bedarf es einer ständigen und vor allem konsequenten Beachtung der eigenen Bedürfnisse. Nicht nur Angestellten fällt das schwer, sondern auch Selbständigen. Gerade wenn die tägliche Arbeit im Home Office erledigt wird, findet sich oft kein Ende und die Betroffenen überarbeiten sich. Laut dem Personal- und Organisationsentwickler Lexware ist daher ein konsequentes Zeitmanagement das A und O bei der Burnout Prävention. Nicht nur die tägliche Arbeit sollte hierfür geplant werden, sondern auch die Pausen und Regenerationsphasen. Sie sollten zu einem festen Bestandteil des Alltags werden.³

Die Bedrohung eines Burnouts lässt sich entschärfen, wenn feste Arbeits- und Pausenzeiten abgesteckt und eingehalten werden. Wer sich regelmäßige entspannt und die Arbeit dabei vergessen kann, schützt Körper und Seele vor Belastungen. Zudem wirkt auch Sport der Entstehung eines Burnouts entgegen. Regelmäßiges Joggen oder auch das Betreiben eines festen Hobbys schaffen Luftlöcher im Alltag, in denen Zeit zum Durchatmen bleibt. Betroffene sollten vor allem lernen, sich abzugrenzen und auch einmal „Nein“ sagen zu können. Wer das nicht kann, lädt sich bereitwillig mehr und mehr Arbeit auf die Schultern und wird früher oder später kapitulieren müssen. Tut er das nicht aus Vernunft, so stoppt ihn sein Körper gewaltsam.

Weitere Maßnahmen, die die Entwicklung eines Burnouts verlangsamen und sogar wieder rückläufig gestalten können, sind aktive Entspannungstechniken. Mit progressiver Muskelentspannung, autogenem Training oder auch Yoga und Tai Chi helfen sich Menschen selbst und schaffen sich Inseln der Ruhe.

Selbständige und Angestellte tun außerdem gut daran, das Delegieren zu erlernen. Das Bewusstsein, nicht alle anstehenden Aufgaben selbst erledigen zu müssen, hilft bereits bei der persönlichen Entlastung. Wie das Delegieren letztlich aussehen kann, ist von Fall zu Fall verschieden. Während der Personalchef seiner Sekretärin weitere Aufgaben übergibt, hilft sich der Selbständige, indem er ein Unternehmen mit Faktura und Steuer betraut. Die Hausfrau findet möglicherweise Hilfe durch Haushaltshilfen oder Putzkräfte. Wichtig ist hier vor allem zu erkennen, dass die eigenen Kräfte nicht unerschöpflich sind. Es ist also keine Schande, sich bewusst um Hilfe und Entlastung zu bemühen.

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Quellen:

¹ ICD Code 2015 – Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
² burnout-network.at – Burnout lt.ICD kein eigenständiges Krankheitsbild
³ Lexware – Burnout vermeiden

Fotocredit: geralt | pixabay.com

Linktipps:

– Burnout | Krankheitslexikon
– Depressionen: Frauen häufiger betroffen
– Antidepressiva auf dem Prüfstand

Kave Atefie





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