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Bronchitis | Krankheitslexikon

Bronchitis | Krankheitslexikon

Bronchitis

Als Atmungsapparat wird das gesamte System der Atmungsorgane bezeichnet, wobei die luftleitenden Organe oder Atemwege von den dem Gasaustausch dienenden Lungen unterschieden werden. Die Bronchien sind verzweigte Fortsätze, deren Stamm die Luftröhre bildet. Als akute Bronchitis wird eine Entzündung der größeren verzweigten Atemwege (Bronchien) bezeichnet. Betroffene leiden an einem schmerzhaften Husten, bei dem oft gelblicher Schleim abgehustet wird. Bronchitis ist häufig Begleiterscheinung einer Erkältung.



Anatomie

Als Bronchialsystem werden die verzweigten Luftwege in der Lunge zusammengefasst. Je weiter die Aufzweigungen, desto feiner und zarter werden die Bronchialgänge. In diesen produziert eine Schleimhaut fortlaufend Schleim zum Schutz der zarten Bronchialwände vor Reiz- und Schadstoffen, Pollen, Staub und Bakterien, die nicht durch die Nase gefiltert wurden. Diese Schleimhaut ist außerdem mit sogenannten Flimmerhärchen ausgestattet, die den Schleim ständig Richtung Rachen transportieren. Dort wird er mitsamt den eingefangenen Partikeln entweder geschluckt oder ausgehustet. Damit üben die Bronchien eine überaus wichtige Reinigungsfunktion des Körpers aus und halten so schädliche Eindringlinge von der Lunge fern.

Wird diese Funktion durch die Zerstörung der Flimmerhärchen beeinträchtigt, atmet der Mensch unzählige Staubpartikel und Schadstoffe ein, die im Lungengewebe erhäbliche Schäden anrichten können.

Krankheitsbild

Aufgrund klinisch bedeutsamer Unterschiede wird zwischen

  • akuter Bronchitis und
  • chronischer Bronchitis

unterschieden.

Akute Bronchitis

Das Risiko, eine akute Bronchitis – die in der Regel mit einer Erkältung einhergeht – zu erleiden, steigt, wenn die Bronchialschleimhaut bereits vorgeschädigt ist. Dies ist besonders bei Rauchern und Personen, die extremen Umweltbelastungen der Luft ausgesetzt sind, der Fall. Auch Kinder leiden häufiger unter Bronchitis, da Kinder generell häufiger an Infektionen oder Erkältungen leiden als Erwachsene.

Akute Bronchitis ist eine häufige Diagnose bei Allgemeinmedizinern und praktischen Ärzten. Ohne eingehende Untersuchungen wäre allerdings meistens die Diagnose „akuter Atemwegsinfekt“ besser, da in der Regel nicht nur die Bronchien, sondern auch andere Teile der Atemwege betroffen sind.

Therapie: Außer bei einer bakteriellen Ursache, bedarf eine einfache Bronchitis keiner medikamentösen Therapie. Gegen den Husten sollten zuerst Hustentees (Spitzwegerich, Thymian) eingesetzt werden. Die Gabe von hustenreizstillenden Mitteln kann kontraproduktiv sein, da das Husten ein körpereigener Mechanismus ist, mit dem Fremdpartikel und Bakterien hinausbefördert werden. Hustenmedikamente, die den Bronchialschleim verflüssigen und so das Abhusten fördern bzw. erleichtern, sind daher sinnvoller, haben aber natürlich, wie alle anderen pharmazeutischen Produkte, Nebenwirkungen. Die akute Bronchitis heilt meistens ohne Behandlung nach mehreren Tagen oder manchmal Wochen ohne Komplikationen ab. Die Symptome halten meistens für nicht länger als 10 Tage an. Gegen begleitende Kopf- und Gliederschmerzen helfen einfache Schmerzmittel wie Aspirin oder Parazetamol.

Als natürliches Hausmittel hat sich neben oben erwähnten Tees auch Knoblauch sehr bewährt: Bei einer Erkältung und ihren unangenehmen Begleiterscheinungen kann Knoblauch eine erstaunlich breite Wirkung entfalten und die Beschwerden lindern bzw. den Heilungsprozess beschleunigen. Aufgrund seiner antibakteriellen und antibiotischen Inhaltsstoffe entzieht Knoblauch den Bakterien den Nährboden und fördert die Desinfizierung des Entzündungsherdes. Außerdem wirkt Knoblauch fiebersenkend und abschwellend auf die Nasenschleimhäute. Roher Knoblauch fördert darüber hinaus die Schleimlösung und den Auswurf, so dass er allgemein zur Beruhigung der Atemwege beiträgt. Gewöhnungsbedürftig aber auch sehr bewährt: Knoblauchhonig (drei zerdrückte Zehen pro 250 ml Honig), 1 Esslöffel 3 bis 4mal am Tag. Honig lindert den ständigen Hustenreiz, der Knoblauch desinfiziert den Entzündungsherd.

Feuchte, kühle und klare Luft wirkt angenehm, Rauchen unbedingt – zumindest während der Erkrankung – einstellen.

Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt, ihre Symptome unterscheiden sich kaum von denen der akuten Bronchitis, jedoch treten die Beschwerden immer häufiger auf, bis sie letztendlich gar nicht mehr verschwinden. Besonders Raucher sind davon häufig betroffen, lassen sich aber selten behandeln, da sie das Husten auf das Rauchen zurückführen. Beim Unterlassen ärztlicher Kontrolle besteht allerding die Gefahr eines Bronchialkarzinoms oder anderer Lungenerkrankungen (z. B. COPD).

Bei der chronischen Bronchitis wird von den Bronchien übermäßig viel Schleim produziert, der aber wegen zerstörter Flimmerhärchen nicht ausreichend abgehustet werden kann. Deshalb werden zur Behandlung oft schleimlösende Medikamente verordnet, wobei damit nicht der eigentliche Defekt behoben wird, sondern lediglich die Krankheit eingedämmt und die Beschwerden gelindert werden. Wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist und Atembeschwerden auftreten, werden bronchienerweiternde Medikamente eingesetzt.

Steht die Diagnose „chronische Bronchitis“ fest, ist es für Raucher unabdingbar, das Rauchen einzustellen.

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Linktipps:

– Zypresse als Heilpflanze gegen Bronchitis
– Spitzwegerich | Heilpflanzenlexikon
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