1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (8 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 Sterne von 5)
Blutfette | Laborwerte

Blutfette | Laborwerte

Blutfette - Laborwerte

Die Untersuchung der Blutfette erfolgt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auch bei Gesunden routinemäßig. Sie dient dem Zweck festzustellen, ob der Fettstoffwechsel in Ordnung ist. Fettstoffwechsel-störungen sind in den westlichen Industrieländern einer der höchsten Risikofaktoren für die Entstehung von Gefäß- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Ursache spielen neben genetischer Veranlagung Ernährung und Lebensstil eine wichtige Rolle.



Beschwerdefrei trotz Fettstoffwechselstörung?

Da eine Fettstoffwechselstörung an sich keine Beschwerden macht, bleibt diese oft lange unentdeckt. Das Gefährliche sind aber die möglichen Folgeerkrankungen, da es zwischen erhöhten Blutfettwerten und Gefäßverkalkungen einen eindeutigen Zusammenhang gibt. Bei einer bestehenden Fettstoffwechselstörung ist das Risiko für folgende Leiden bedeutend erhöht:

  • Herzinfarkten
  • Brustenge (Angina Pectoris)
  • Schlaganfälle
  • Durchblutungsstörungen der Becken- und Beingefäße
  • Verkalkungen der Herzkranzgefäße

Wie kommt das Fett ins Blut?

Fette sind Nahrungsbestandteile, aus denen unser Körper Energie gewinnt und noch vor Kohlenhydraten und Eiweiß die größten Energielieferanten überhaupt. Bei falscher Ernährung und mangelnder Bewegung, wenn also ein Überangebot an Fetten besteht, werden diese nicht mehr ausreichend verarbeitet, sondern im Körper gespeichert. Nach verschiedenen Umbau- und Spaltungsprozessen setzen sich diese Fette auch im Blut ab.

Da der Hauptbestandteil von Blut Wasser ist und Fette nicht wasserlöslich sind, bilden sie ölige Tröpfchen. Diese Tröpfchen, eben auch Blutfette genannt, würden die Blutgefäße sehr rasch vollständig verstopfen, weshalb sie für den Transport in sogenannte Lipoproteine, spezielle Eiweiße, verpackt werden. Lipoproteine umschließen also die Blutfette, damit diese – solcherart eingeschlossen – beim Transport im Blut nicht Gefahr laufen, Gefäße zu verstopfen. Doch zu viel Fett im Blut beeinträchtigt trotz Lippoproteine die Fließfähigkeit des Blutes. In Folge bilden sich Ablagerungen an den Gefäßwänden, die in weiterer Folge zu gefährlichen Arterienverschlüssen führen können.

Der Fettstoffwechsel

Um festzustellen, ob der Fettstoffwechsel im Lot ist und die Werte im Normbereich liegen, werden nach einer Blutabnahme im Labor folgende Blutfett-Werte bestimmt:

  • Gesamt Cholesterin
  • LDL Cholesterin
  • HDL Cholesterin
  • Triglyzeride

Gesamt Cholesterin

Cholesterin ist für den Aufbau von Körperzellen lebensnotwendig. Es ist der Ausgangsstoff für die Bildung von Hormonen, Gallensäure und Vitamin D. Lediglich 25% des Cholesterin werden über die Nahrung aufgenommen, die restlichen 75% werden in der Leber gebildet. Cholesterin ist also wichtig – solange sich der Wert im Normbereich befindet.

Dieser ist zwar individuell, und das Risiko bei erhöhtem Cholesterinwert ist umso größer, wenn weitere Risikofaktoren, wie Diabetes, Übergewicht, Rauchen oder z.B. Bluthochdruck vorliegen, aber grob gesprochen sollte der Wert bei Erwachsenen unter 60 Jahren bei unter 200 mg/dl liegen.

Serumcholesterinwerte, also Blutcholesterinkonzentration > 200mg/dl sind mit einem erhöhten Risiko für für kardiovaskuläre Erkrankungen (>Herzinfarkt, >Gehirnschlag) vergesellschaftet. Das Risiko steigt mit dem Ausmaß der Cholesterinerhöhung und wird durch weitere Risikofaktoren (Rauchen, Hypertonie) potenziert.

Mit einem solch erhöhten Cholesterinwert besteht die Gefahr, dass sich gefährliche ‚Plaques‘ an den Gefäßwänden absetzen und zu Durchblutungsstörungen führen.

Cholesterin ist nicht wasserlöslich, vielmehr wird es mittels Lipoproteinen – Eiweißstoffen die im Blutplasma gebunden sind – in die Zellen transportiert. Entsprechend der Moleküldichte unterscheidet man

  • LDL = Low Density Lipoproteisns (gesamt ca. 75%)
  • HDL = High Density Lipoproteisns (gesamt ca. 25%)

Erst diese Aufschlüsselung hat Aussagekraft: generell gilt: je höher der HDL Wert und je geringer der LDL Wert, desto besser. Auch der LDL/HDL Quotient hat Aussagekraft: Berechnet man das Verhältnis des LDL – zum HDL-Wert sollte das Ergebnis < 3 sein. Je größerer Wert, desto höher das Risiko für eine koronare Herzerkrankung.

LDL-Cholesterin

Erhöhte LDL Werte erhöhen das Risiko von Einlagerungen der gefährlichen Plaques in den Gefäßen. Diese Werte sollten also möglichst niedrig sein. Normwert: 100-130mg/dl.

HDL-Cholesterin

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird das HDL oft als ‚gutes‘ Cholesterin bezeichnet: Sind die HDL Werte im Normbereich oder sogar höher besteht ein gewisser Arteriosklerose Schutz, also ein verringertes Risiko für Arterienverkalkung. Der Normalwert liegt bei > 40 mg/dl.

Triglyzeride

Auch ein zu hoher Triglyceridspiegel ist ein Zeichen für einen gestörten Fettstoffwechsel. Erhöhte Triglyceridwerte führen u.a. dazu, dass der Gehalt an „gutem“ HDL-Cholesterin sinkt. Triglyceride werden vorwiegend über die Nahrung aufgenommen – sie machen etwa 90 Prozent des Nahrungsfetts aus. Allerdings kann der Körper diese Fette auch selbst herstellen, und zwar aus überschüssigem Zucker oder Alkohol.

Ein erhöhter Triglyceridspiegel kann also zunächst über bewusste Ernährung kontrolliert werden: Viel Obst und Gemüse, Rapsöl, Leinöl und – durchaus auch fetter – Fisch haben eine positiven Einfluss. Alkohol und Zucker sollten gemieden werden. Zudem gibt es – wie bei fast allen Krankheiten – auch eine erbliche Komponente. Bei manchen Menschen ist es genetisch bedingt, dass sie mehr Triglyceride im Blut haben.

[abo]

Linktipps-Blutfette

– Cholesterinspiegel
– Machen Laborwerte krank?
– Antikörper (Immunglobuline) | Laborwerte
– neuartiger Herzinfarkt-Schnelltest kann Leben retten
– Senkung des LDL-Cholesterin-Spiegels

Zur Information: Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!