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Biofeedback Therapie

Biofeedback Therapie

Biofeedback Therapie

Biofeedback ist wie ein Spiegel des Körperinneren, der es ermöglicht, bislang nicht bewusste Körperfunktionen genau wahrzunehmen und willkürlich zu beeinflussen. Dabei werden Herzfrequenz, Muskelspannung, Atmung und andere Körpersignale gemessen und über einen Bildschirm sichtbar oder über Lautsprecher hörbar gemacht. Mithilfe des Verfahrens lassen sich normalerweise unbewusst ablaufende körperliche und seelische Prozesse erfassen, der bewussten Wahrnehmung zugänglich machen und willkürlich verändern. Damit bietet es therapeutisch eine Fülle klinischer und praktischer Anwendungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich.



Wie Sie jetzt sicher sofort erkannt haben, setzt sich das Wort Biofeedback aus den Begriffen Bio (Körpersignale wie Herzfrequenz, Muskelspannung und andere) und Feedback (= Rückmeldung) zusammen. Die gemessenen Körperdaten – etwa elektrische Leitfähigkeit und Widerstand der Haut, Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, Atemfrequenz und -tiefe, Muskelspannung sowie Gehirnströme – werden von einem Gerät erfasst und in ein optisches oder akustisches Signal umgewandelt. Ein Bildschirm, auf dem die Werte in Form von Lichtzeichen oder Kurven erscheinen, oder ein Lautsprecher, der akustische Signale abgibt, zeigen dem Übenden an, ob er sich dem gewünschten Ziel nähert oder sich davon entfernt. Diese Rückmeldung motiviert zum aktiven Training. Mithilfe dieser Methode können Patienten somit sehen und hören, was in Ihrem Körper gerade im Moment passiert.

Entwicklung von Biofeedback

Biofeedback wurde in den 1960er Jahren in den USA und Russland annähernd zeitgleich entwickelt, auch wenn der Wettbewerb nicht annähernd so dramatisch war wie der Wettlauf zum Mond, der zur gleichen Zeit stattfand. Mit der Möglichkeit der Messung von Körperreaktionen wurde schon bald das Interesse geweckt, ob das autonome Nervensystem tatsächlich vollkommen autonom ist, oder nicht doch durch den bewussten Willen beeinflusst werden kann. Und tatsächlich konnten die Versuchspersonen lernen, ihre Pulsfrequenz oder das Schwitzen der Hände zu verändern, wenn diese Körpersignale durch Klicksignale hörbar oder durch das Blinken einer Lampe sichtbar gemacht wurden. Das gleiche Prinzip wurde in weiterer Folge auf fast alle messbaren Körpersignale und ebenso auf die Gehirnwellen (EEG) angewandt. Das Biofeedback war geboren.

Biofeedback in der Praxis

Bevor eine Biofeedback-Therapie beginnt, ist eine Analyse der körperlichen Reaktionen wichtig. Bei der psychophysiologischen Stresstestung wird die körperliche Aktivierung in Ruhe, Stress- und Erholungsphasen festgestellt. Die Messung erfolgt mit speziellen Sensoren, die am Körper angebracht werden.
Beim Stressprofil interessieren uns folgende Körperfunktionen: Muskelspannung der Stirn und Schultern, Atmung, Herzfrequenz, das Schwitzen der Hände und die Handtemperatur. Auch die Messung der Gehirnwellen (EEG) ist möglich.

Das klingt wie eine Lügendetektor-Messung, wie man sie manchmal bei einem Krimi im Fernsehen sieht. Und tatsächlich ist es auch ganz ähnlich, wobei es uns nicht um Lüge oder Wahrheit geht, sondern um das Entdecken des „psychophysiologischen Fingerabdrucks“ – dem Reaktionsmuster, das bei jedem Menschen einzigartig ist. Interessant ist dabei, dass der Körper im Allgemeinen mit einem festgelegten Muster reagiert. Dieses ist in verschiedenen Situationen aktiv – bei Zeitdruck im Beruf, beim Ärgern über den Ehepartner oder bei einer gefährlichen Situation beim Autofahren.

Dieses individuelle Stressmuster wird bei der psychophysiologischen Testung erfasst und gibt dadurch wertvolle Informationen über das allgemeine Stressverhalten. Aufgrund dieses Stressprofils kann rasch erkannt werden, welche Entspannungsübungen besonders empfehlenswert sind und auf welche Körperfunktionen geachtet werden muss. Ist beispielsweise eine starke Anspannung in den Muskeln vorhanden, dann bietet sich die Progressive Muskelentspannung oder EMG-Biofeedback an. Ist die Atmung auffällig, dann ist ein Atemtraining wirkungsvoll, usw.

Mit Biofeedback wird im Allgemeinen sehr rasch gelernt, auf den Körper Einfluss zu nehmen. Dabei können selbst Körperfunktionen beeinflusst werden, die man nicht oder kaum spürt, wie das leichte Schwitzen der Hände, die Handtemperatur oder der Puls. Durch die Rückmeldung (Feedback) wird diese Selbstkontrolle ermöglicht. Man spricht auch von operanter Konditionierung, einen Lernprozess durch Belohnung und Bestrafung. Die Belohnung ist dann vorhanden, wenn das Ziel erreicht wurde, und in unserem Beispiel die Linie sinkt und die Musik lauter wird. Eine „Bestrafung“ gibt es dann, wenn Verspannung vorhanden ist und die Musik leiser wird. Mit moderner Computertechnik sind die Animationen am Bildschirm sehr spielerisch geworden und machen Lust auf die Entspannung.

Biofeedback Therapie Anwendung

„Die Anwendungsmöglichkeiten von Biofeedback sind enorm vielfältig. Das liegt daran, dass (fast) alles, was über Sensoren messbar ist, auch kontrolliert werden kann. Je nachdem, welche Körperfunktion gemessen wird, eröffnet sich ein bestimmtes Anwendungsgebiet.“, so Dr. Norman Schmid, Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Neuro- und Biofeedback-Therapeut. Er nennt folgende Bereiche als die wichtigsten Einsatzgebiete von Biofeedback:

• Ängste
• Atembeschwerden
Burnout
• Herz-Kreislauf-Beschwerden
• Magen-Darm-Beschwerden
• Schlafstörungen
• Spannungskopfschmerz
• Migräne
• Rückenschmerz
• Schmerzen der inneren Organe
Schwindel
• Somatoforme Störungen
• Stress
• Tinnitus, Hörsturz
• Unruhe

Bei dieser Liste ist Ihnen sicher aufgefallen, dass hier jene Beschwerden angeführt sind, die mit körperlichen Symptomen einhergehen. Beschwerden, die sich auf die Gedanken beziehen, sind mit Biofeedback nur indirekt beeinflussbar. Dieses „Manko“ lässt sich jedoch rasch auflösen. Mit EEG-Biofeedback – auch Neurofeedback genannt – werden die Gehirnwellen gemessen. Damit wird es möglich, den Kopf direkt zu beeinflussen und zu kontrollieren.

Die wichtigsten Einsatzgebiete von Neurofeedback:

• Angst, Nervosität
• Burnout
• Depression
• Grübeln, kreisende Gedanken
• Schlafstörungen
• Tinnitus, Hörsturz

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Quellen:

¹ Dr. Norman Schmid, Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Neuro- und Biofeedback-Therapeut
² Konsument.at – Ärztetest: Biofeedbacktherapie

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Linktipps:

– Was ist Biofeedback?
– Entspannen kann man lernen
– Biorhythmus & Organuhr

Kave Atefie





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