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Spermaallergie – seltene Allergieform betrifft meist Frauen

Spermaallergie – seltene Allergieform betrifft meist Frauen

Spermaallergie

Manchmal wird behauptet, dass Frauen eine Allergie gegen das Sperma ihres Partners entwickeln können. Sie reagieren dann mit Asthma, Nesselsucht und Schmerzen im Unterleib. Weltweit sind zwar bislang nicht einmal hundert solcher Fälle beschrieben worden doch wird eine wesentlich höhere Dunkelziffer vermutet. Die Ursache dafür ist ein winziger Eiweißbestandteil im Sperma, der übrigens bei allen Männern vorkommt – ein Partnerwechsel würde da also nichts bringen.



Extrem allergisch reagieren aus noch nicht ganz geklärten Gründen einige Frauen auf die männliche Samenflüssigkeit – während des Koitus kann Sperma bei diesen Frauen sogar einen lebensbedrohlichen Schock auslösen.

Eine direkte allergische Reaktion auf das Sperma ist jedoch äußerst selten und bisher weltweit nur rund 80 Mal berichtet worden. Viel eher werden die Probleme durch Nahrungsmittel oder Medikamente verursacht (z.B Nüssen oder Spuren eines Antibiotikums, die der Mann zu sich genommen hat). Die Symptome dieser Allergien sind unter anderem starker Juckreiz oder Brennen im Intimbereich. Hier könnten Kondome helfen, vorausgesetzt natürlich, man hat keine Latexallergie!

Spermaallergie – Schutz & Vorbeugung

Frauen, die an einer Sperma-Allergie leiden, können sich also durch Präservative schützen, eine lebenslange Kondompflicht besteht aber nicht. Wie auch bei Heuschnupfen kann frau hyposensibilisiert, also an den Allergieauslöser Sperma gewöhnt werden, indem das in der Samenflüssigkeit enthaltene Allergen schrittweise in immer höheren Dosen verabreicht wird, so dass sich der Körper langsam daran gewöhnt.

Dies berichtete Prof. Johannes Ring, Direktor der Poliklinik für Dermatologie an der Technischen Universität in München. Anläßlich des 10. Kongresses der Europäischen Akademie für Dermatologie (10. bis 14. Oktober 2001 in München) konnten sich die teilnehmenden Ärzte über diese Erkrankung, ihre möglichen Gefahren sowie über neue Behandlungsmethoden für betroffene Frauen informieren.

Übrigens können auch Männer auf das eigene Sperma allergisch reagieren, dies wird in der Literatur als Postorgasmic Illness Syndrom (POIS) bezeichnet und wurde erstmals im Jahr 2002 von Marcel D. Waldinger und Dave H. Schweitzer¹ beschrieben.

Welches in der männlichen Samenflüssigkeit enthaltene Protein für die allergische Reaktion verantwortlich zu machen ist, soll in naher Zukunft herausgefunden werden. Neueste Informationen basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen finden Sie im 2. Teil des Artikels: – Spermaallergie – Allergie gegenüber Spermaflüssigkeit

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Quellen:

¹ Waldinger/Schweitzer – Two Cases, Journal of Sex & Marital Therapy, 2002
² www.derstandard.at

Linktipps:

– Oralverkehr
– Der männliche Orgasmus
– Allergisches Kontaktekzem
– geringeres Krebsrisiko bei Allergikern?